Die WPS-Funktion vieler Router ist von der Schwachstelle betroffen
Der österreichische Student Stefan Viehböck hat eine gravierende Sicherheitslücke entdeckt, die die meisten Nutzer von WLAN-Routern betreffen könnte. Der Fehler befindet sich in der WPS Funktion “Wi-Fi-Protected-Setup”, das für die Aufnahme eines bisher unbekannten Gerätes in ein WLAN-Netzwerk verwendet wird.
WPS bietet drei verschiedene Methoden, mit denen neue Geräte einem WLAN-Netz hinzugefügt werden können. Die betroffene Methode verlangt, dass eine PIN in dem hinzuzufügenden Gerät wie Laptop, Smartphone etc. eingegeben wird.
Andere Möglichkeiten sind im Router eine PIN des einzubindenden Gerätes einzugeben oder die Push-Button-Methode.
Die Lücke basiert auf einer Schwachstelle im Authentifizierungsprozess, den das WPS-Protokoll festlegt. Die PIN besteht aus acht Ziffern. Da die letzte Ziffer nur eine Prüfzahl ist, werden effektiv nur sieben Zahlen verwendet. Router und Gerät tauschen im Verlauf der Anmeldung mehrfach Daten aus. Das Gerät schickt die PIN an den Router. An einer bestimmten Stelle des Anmeldeprozesses gibt der Router zu erkennen, ob die ersten vier Stellen der PIN stimmen oder nicht. Somit ist es unerheblich, ob die restlichen vier Stellen mit der PIN übereinstimmen oder nicht. Stimmt nach vielen Versuchen der erste Teil der PIN, müssen nur noch die restlichen drei Stellen erraten werden, da die achte und letzte Stelle immer eine Prüfziffer ist. Rechnerisch reduziert diese Lücke die verschiedenen PIN-Möglichkeiten, die ein Angreifer ausprobieren müsste um ein Vielfaches: Könnte der Angreifer die Antwort des Routers nicht interpretieren, so müsste er 108 verschiedene Kombinationen ausprobieren. Die von Viehböck entdeckte Schwachstelle reduziert die Kombinationsmöglichkeiten auf 104 + 103, also 11 000 verschiedene Kombinationen, die probiert werden müssen.
Lösung: Verzögern oder abschalten Wer 11 000 Versuche benötigt, um Zugang zum WLAN-Netz zu erlangen und je Versuch 1,3 Sekunden benötigt, wird laut Viehböck innerhalb von maximal vier Stunden den WPS-Prozess erfolgreich durchlaufen haben. Dagegen helfen nur zwei Gegenmaßnahmen: Entweder WPS wird ausgeschaltet oder der Router verzögert nach einer gewissen Anzahl an Fehlversuchen weitere WPS-Anfragen.
Wir empfehlen schnelles handeln Im Internet kursieren schon entsprechende Programme, die diese Schwachstelle ausnutzen. Deswegen ist Eile geboten, die Konfiguration des heimischen Routers zu prüfen und abzusichern. Wer die betroffene WPS-Methode deaktiviert hat, kann sie dennoch vorübergehend aktivieren, wenn ein neues Gerät ins heimische WLAN-Netz integriert werden soll.
Wichtig. Vergessen Sie nicht, WPS wieder zu deaktivieren.